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Orte am unteren Niederrhein:
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der Rhein bei Wesel

Willibrordi-Kirche |
Aus einem fränkischen Gutshof am Niederrhein, der im frühen Mittelalter
angelegt wurde, entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte eine
größere Siedlung, die damals mit Wisele oder Wesele bezeichnet wurde,
heute aber den Namen Wesel trägt. Die
verkehrsgünstige Lage am Rhein wird das Wachsen und
wirtschaftliche Gedeihen der ursprünglich kleinen Ortschaft
nachhaltig gefördert haben, denn schon im Jahre 1241 erhält
sie durch Dietrich von Kleve Stadtrechte. Bereits im
vorhergehenden Jahrhundert war sie an die Grafschaft Kleve
gefallen. |
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Nach 1400 stieg Wesel zu einer der
wichtigsten Handelsstädte nach Köln am Unterlauf des Rheines auf.
Weseler Kaufleute nahmen am regen Handel der Hanse teil und
brachten riesige Summen Geldes und somit auch Wohlstand in ihre
Heimatstadt,
die sich zurecht auch heute noch eine Hansestadt nennen
darf. Verbliebener sichtbarer Zeuge dieses hansischen Reichtums
ist die spätgotische fünfschiffige Willibrordi-Kirche, die zu den
schönsten Kirchen am Niederrhein gezählt wird.
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Da sich in Wesel nach 1540 der
Protestantismus durchsetzte, siedelten sich viele Glaubensflüchtlinge aus den
heutigen Niederlanden und Belgien in der Stadt an. Dieser Zuzug
führte zu einem weiteren bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung,
da sich unter den Flüchtlingen viele begabte und geschickte
Handwerker befanden. Dieser positiven Entwicklung wurde allerdings
1586 ein jähes Ende bereitet: 4 Jahre lang belagerten die Spanier
während des 80-Jährigen Krieges die Stadt und leiteten somit den
allmählichen ökonomischen Niedergang der Stadt ein.
Gemäß
den Bestimmungen des Vertrages von Xanten wurde auch Wesel im
Jahre 1609 brandenburgisch. 1614 wird die Stadt allerdings
wiederum von den Spaniern belagert und besetzt. Erst 15 Jahre
später gelingt die Befreiung. |

die Weseler Zitadelle
Die strategisch wichtige Lage der Stadt
scheint den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg
schließlich dazu bewogen haben, zwischen 1680 und 1730 die Befestigungsanlagen der
Stadt erheblich verstärken zu lassen und fortan mit einer
mehreren tausend Mann starken Garnison zu belegen.
Von dieser Festungs- und Garnisonszeit Wesels, die sich bis
in die Anfänge des 20. Jahrhunderts erstreckte, sind noch einzelne Gebäude
der Zitadelle und das Berliner Tor erhalten. Im Haupttorgebäude
und im Körnermagazin der Zitadelle befindet sich heute das
Städtische Museum und das Preußenmuseum.
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Berliner Tor
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Die berühmtesten Gefangenen in der Zitadelle
waren 1809 elf Offiziere, die sich unter der Führung von Ferdinand
Schill an einem Aufstand gegen die französischen Besatzungstruppen
in Stralsund beteiligt hatten. Schon 1805 war die Stadt während
der Napoleonischen Kriege an Frankreich übergeben worden.
1814 kamen die Preußen auf der Grundlage der Richtlinien des
Wiener Kongresses zurück und nahmen erneut ihre ehemalige
Festungsstadt in Besitz.
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Reste einer kriegszerstörten Rhein-Brücke
Die massiven Luftangriffe vor dem Rheinübergang
der alliierten Truppen 1945 haben die Stadt nahezu völlig zugrunde
gerichtet: Das alte Wesel existiert mit wenigen Ausnahmen nicht
mehr. 1949 schlug mit den Wiederaufbau die Stunden der modernen
Architekten: Dementsprechend nüchtern wirkt das Stadtzentrum heute
immer noch, obwohl man sich Mühe gegeben hat und gibt, mehrere Bausünden zu
korrigieren. Der kostspielige und mit viel Aufwand betriebene
Wiederaufbau des Willibrordi-Doms wird erst 1994 endgültig
beendet. Ab dem Jahr 2008 soll außerdem die historische
Rathausfassade an ihrem ursprünglich Platz rekonstruiert werden.
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Lutherhaus in Wesel |
Wesel ist heute ein
politisches und wirtschaftliches Zentrum am unteren Niederrhein:
Seit 1975 ist der Ort am Rhein Kreisstadt eines
gleichnamigen Kreises und zählt heute zusammen mit den
eingemeindeten Orten in der Umgebung rund 65000 Einwohner. Als
besondere Sehenswürdigkeiten gelten neben dem schon
erwähnten Dom, der Zitadelle und dem Berliner Tor auch das Lutherhaus, eine ehemalige protestantische Predigtkirche aus dem
17. Jahrhundert, das Schilldenkmal, das nach Entwürfen von Karl
Friedrich Schinkel im Eisengussverfahren hergestellt wurde, und -
last but not least - der 40 Meter hohe Wasserturm aus dem Jahre
1886. |
   
St. Maria Himmelfahrt in Ginderich,
katholische und evangelische Kirche und ein weiteres Gebäude in
Büderich |

Rokokokapelle Diersfordt |
Weitere Sehenswürdigkeiten kann man in den anderen, ländlich
geprägten Ortsteilen entdecken:
In Ginderich auf der linksrheinischen
Seite des Gemeindegebiets von Wesel steht St. Maria Himmelfahrt, eine
schöne Wallfahrtskirche aus dem Mittelalter.
Das rund 1,5
Kilometer östlich von Ginderich gelegene Büderich, das
sich ebenfalls am linken Niederrhein befindet, wurde
1814 an einem anderen Standort neu gegründet, nachdem
Alt-Büderich durch Napoleons Truppen 1813 abgerissen wurde. In
den Jahren nach 1820 entstanden je eine evangelische und
katholische Kirche nach Plänen des Berliner Stararchitekten
Karl Friedrich Schinkel.
Auf dem rechtsrheinischen
Gemeindegebiet befinden sich Diersfordt und Bislich.
Auch diese beiden Ortsteile haben interessante historische
Bauwerke: Diersfordt ein Schloss und eine dazugehörige schöne
Rokokokapelle, Bislich zwei schöne alte Kirchen. Außerdem gibt es in Bislich ein interessantes
Heimatmuseum. |
  
Wesel: Schloss Diersfordt (links) und zwei
Ansichten aus Bislich (rechts) |
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Nützliche Links: |
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http://www.wesel.de
http://www.historisches-rathaus-wesel.de
http://www.bislich.de
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