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Als das Kraftwerk 1970 errichtet wurde, konnte
Voerde schon auf eine lange und zugegebenermaßen nicht gerade besonders aufregende
Geschichte zurückblicken, die zum ersten Male urkundlich im 13.
Jahrhundert festgehalten ist. Wie viele andere Orte am nördlichen
Niederrhein, stand der Ort ab dem 17. Jahrhundert bis Anfang des
20. Jahrhunderts ununterbrochen unter brandenburgisch-preußischer Herrschaft,
wenn man einmal von dem kurzen napoleonischen Intermezzo bzw. der
französischen Besetzung des Rheinlands vor 200 Jahren absieht. Ein
besonders nennenswertes ortshistorisches Ereignis konnte man dann
erst wieder 36 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges berichten: 1981
wurde Voerde einschließlich aller seiner Ortsteile mit dem
Überschreiten der 25000-Einwohnerzahl schließlich zur Stadt
erhoben. Der Name Voerde entstand übrigens aus einem
mittelalterlichen Wort für Furt und erinnert somit daran, dass der
Ort einst an einer Furt über einem alten Rheinarm lag.

Haus Voerde (links) und Haus Wohnung
(rechts)
Aus dem Mittelalter stammt auch Haus Voerde.
Die Wasserburg in einem schönen Park am Stadtrand wurde im Laufe
der Zeit mehrfach umgebaut und erweitert. 1668 fügte man ihr den
heutigen prägnanten Turm an. Sicherlich darf man Haus Voerde zu
den imposantesten ehemaligen Adelssitzen am Niederrhein rechnen. Ein weiteres beeindruckendes
Herrenhaus findet sich im Ortsteil Möllen an der Grenze zu
Dinslaken: Zwar reichen die Ursprünge von Haus Wohnung ebenfalls
bis ins Mittelalter zurück, der heutige barocke Bau wurde aber um
1700 errichtet. Leider fehlt mittlerweile einer der beiden Türme, da er
im letzten Weltkrieg zerstört wurde.

Kirche Götterswickerhamm und Haus
Götterswick
Bei Haus Götterswick
im Ortsteil Götterswickerhamm, der direkt hinter dem Rheindeich
mit einer schönen Rheinpromenade liegt, handelt es sich auch um die
Reste einer ehemaligen Wasserburg. Der zweigeschossige, weiß
geschlemmte Backsteinbau aus der Mitte des 17. Jahrhunderts
wurde 1854 zum Pfarrhaus umgestaltet. Die evangelische
Kirche in Götterswickerhamm stammt in ihren ältesten Teilen
noch aus dem Mittelalter. Nach mehreren Zerstörungen und
Rekonstruktionen zeigt sie heute aber ein Erscheinungsbild aus der
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, als sie in Form einer flach
gedeckten Emporenkirche auch unter Beteiligung von Karl Friedrich
Schinkel wiederaufgebaut wurde.
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