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  UEDEM

EINFÜHRUNG

Uedem am Niederrhein

Im 9. Jahrhundert wird Uedem erstmalig schriftlich in einer Urkunde erwähnt. Es sollten allerdings noch rund 500 Jahre vergehen, bis im 14. Jahrhundert der kleine Ort am Niederrhein schließlich mit Stadtrechten ausgestattet wird. 1609 geriet Uedem wie alle anderen ehemaligen Orte des Herzogtums Kleve für lange Zeit unter brandenburgische bzw. preußische Herrschaft. Leider ist das ursprüngliche bzw. historische Ortsbild während des Stadtbrands 1685 und besonders in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs weitgehend untergegangen.

Von der alten Stadtbefestigung steht nur noch der so genannte Stadtturm, ein ehemaliger Wehrturm, der auch als Alte Schlüterei bezeichnet wird, weil er zeitweise als Sitz des Landdrostes genutzt wurde. Die Standorte der vier nicht mehr vorhandenen mittelalterlichen Stadttore werden heute übrigens im Ortsbild durch vier lebensgroße Bronzeplastiken gekennzeichnet, die einen Müller, einen Bauern, einen Gerber und eine Ziegenhirtin darstellen.

Stadtturm Alte SchlütereiBronzeplastik eines MüllersBronzeplastik eines Bauern
Stadtturm und Bronzeplastiken (der Müller in der Mitte steht an der Stelle des ehemaligen
Mühlentores, der Bauer rechts an der Stelle des ehemaligen Mostertores)

Weitere schöne Bronzeskulpturen bilden den nach seinen Schöpfer benannten Seemannbrunnen am Marktplatz. Nach offizieller Lesart soll diese Figurengruppe gemäß dem Motto  «Wir ziehen alle an einem Strick» den Willen der Bürger aller Ortsteile zum gemeinsamen Handeln und zu gemeinsamen Aktionen symbolisieren. Da die 4 Skulpturen aber alle mit vollem Körpereinsatz in eine andere Richtung ziehen, wie man auf dem Foto unschwer erkennen kann, könnte man auch den Eindruck gewinnen, dass die vier Ortsteile Uedem, Keppeln, Uedemerbruch und Uedemerfeld sich nicht besonders grün sind und alle ihr eigenes Süppchen kochen wollen.

Seemannbrunnen am Marktplatz in Uedem
Seemannbrunnen

Am Markplatz stehen auch die evangelische und katholische Kirche. Die kleinere, weiß verputzte evangelische Kirche stammt im wesentlichen aus dem 17. Jahrhundert. Nur der Turm wurde erst 1877 angefügt. Die katholische Pfarrkirche St. Laurentius hat eine längere und wechselvollere Geschichte. Das ursprünglich mittelalterlich-romanische Gotteshaus wurde 1887 vollständig abgebrochen. An seine Stelle  trat dann ein neoromanischer Neubau. Von diesem Neubau sind heute allerdings nur noch die beiden hohen Türme vorhanden. Das Kirchenschiff ist nach den gewaltigen Zerstörungen Anfang 1945, die nicht nur Uedem, sondern den gesamten nördlichen Niederrhein widerfuhren, in der zeitgenössischen Architektur der späten 50iger Jahre neu entstanden. Aufgrund dieser Zerstörungen sind im Ortsbild neben einigen historischen Bauwerken auch viele weitere Nachkriegsbauten vertreten.

evangelische Kirchekatholische Pfarrkirche St. Laurentius
evangelische Kirche und katholische Pfarrkirche St. Laurentius

Wie überall am Niederrhein findet man natürlich auch in Uedem eine alte Windmühle. Sie trägt den Namen Hohe Mühle und liegt nur wenige hundert Meter vom Stadtgebiet entfernt auf dem Katzenberg. Vom 13.  bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war sie in Betrieb. Mittlerweile fehlen ihr zwar Flügel und Haube, dafür aber konnte sie zu einem bemerkenswerten Aussichtsturm umgebaut werden. Von hier aus kann man u. a. eine schöne Aussicht auf den so genannten Uedemer Hochwald genießen, der in eine reizvolle hügelige Landschaft eingebettet ist.

Hohe Mühle in Uedem am Niederrhein
Hohe Mühle

Historisches Gebäude in Uedem
Backsteinvilla aus der Zeit nach dem 1. Weltkrieg
Repräsentatives Wohngebäude in der Innenstadt
Gebäude in der Innenstadt von Uedem am Niederrhein

Blick auf den Uedemer Hochwald
Blick auf den Uedemer Hochwald

Das durch und durch ländlich geprägte Gebiet im Umkreise von Uedem eignet sich übrigens ideal für lange Wanderungen und Radfahrten. Man trifft hier fast nur auf Felder, Wälder, ein paar Guthäuser, Bauernhöfe bzw. -schaften, außerdem auf zwei etwas größere Siedlungen, und zwar auf die Dörfer Keppeln und Uedemerbruch, in denen aber nur ein kleinerer Bruchteil der insgesamt 8500 Einwohner der Gemeinde leben. Unter den eben erwähnten Bauernhöfen, Guts- und Herrenhäusern befinden sich sogar mehrere sehenswerte historische Bauwerke aus längst vergangenen Jahrhunderten, unter denen Haus Kolk als ehemaliger Rittersitz aus dem Mittelalter im besonderen Maße architekturgeschichtlich hervorragt. Das heutige Erscheinungsbild von Haus Kolk stammt jedoch aus der Zeit um 1650.

Haus KolkWohngebäude eines Bauernhof
Bauernhof
Bauernhöfe bzw. Guthäuser in der Umgebung von Uedem, darunter Haus Kolk (oben links)

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den beiden Dörfern Keppeln und Uedemerbruch:

Keppeln wird wohl mindestens schon seit dem Jahre 1173 bestehen, als sein Name zum ersten Male urkundlich erwähnt wird. Die Dorf-Pfarrkirche St. Jodokus wurde rund 300 Jahre später geweiht. Im 19. Jahrhundert erfolgte eine bauliche Erweiterung des Gotteshauses und eine neugotische Ausstattung des Innenraums. 1979/1980 wurde der ursprünglich fünfseitige Chor durch einen nun größeren, rechtwinkelig abschließenden Anbau ersetzt. In unmittelbarer Umgebung der Kirche stehen zwei weitere sehenswerte denkmalwürdige Gebäude, die in den 80iger Jahren des 19. Jahrhunderts errichtet wurden: das katholische Pfarrhaus und ein zweigeschossiges Wohngebäude. Beide Backsteinbauten weisen eine interessante Verzierung ihrer Fassaden auf. In Uedem-Keppeln leben übrigens rund 1500 Einwohner.

Architekturdetail

Pfarrkirche St. Jodokus in Uedem-Keppeln Pfarrkirche St. Jodokus

Pfarrhaus in Keppeln am NiederrheinHistorisches Wohngebäude
Historisches Pfarrhaus und Wohnhaus in Keppeln

Uedemerbruch
Uedemerbruch

Das Dorf Uedemerbruch existiert ebenfalls schon seit dem Mittelalter. 500 Einwohner zählt man heute: Umgangssprachlich würde man Uedemerbruch wohl als etwas größeres Kuhdorf am Niederrhein bezeichnen. Es ist halt ein sehr beschauliches Plätzchen. Prägnantestes Gebäude im Ort ist die Pfarrektoratskirche Zur Heiligen Familie, die in neugotischen Formen zwischen 1895 und 1897 errichtet wurde. Den Turm fügte man einige Zeit später im Jahre 1907 an.

Nützliche Links:

http://www.uedem.de   http://www.haus-kolk.de   http://www.keppeln.de  

 

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