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  STRAELEN

EINFÜHRUNG

Straelen am Niederrhein

Wie an allen anderen Orten am Niederrhein, hinterließen erst die Römer, dann die Franken ein paar Spuren in der Gegend von Straelen. Richtig fassbar wird die Geschichte des Ortes aber erst im 11. Jahrhundert, als der Kölner Erzbischof der Abtei Siegburg ein Waldgebiet auf dem Stadtgebiet des heutigen Straelen schenkte. Davon berichtet eine Urkunde aus dem Jahre 1064, die als die erste schriftliche Erwähnung des Ortes zwischen Niers und Maas gilt.

Um einen Hof der Abtei, einem frühen Kirchbau und eine Vogtei - das Amt der Vögte übernahmen die Grafen von Geldern, die später auch Landesherren waren - entwickelte sich im Laufe der Zeit eine größere, mit Stadtmauer und Gräben bewehrte Siedlung, welche  im 14. Jahrhundert zuerst Marktrecht, 1428 schließlich Stadtrecht erhielt. Das Stadtwappen ziert ein aufwärts gerichteter Pfeil. Niederdeutsch heißt ein solches Geschoss strale, womit die Herkunft des Ortsnamen ausreichend erklärt sein dürfte. Dass Straelen schon im späten Mittelalter eine wohlhabende Stadt war, kann man heute noch an der imposanten Pfarrkirche erkennen.

Kirche St. Peter und Paul
Kirche St. Peter und Paul

Die westlichen Abschnitte von St. Peter und Paul einschließlich des Turmes stammen noch aus dem 14. Jahrhundert, während die wesentlich höheren Ostteile der Kirche, die auch den Chor umfassen, unmittelbar nach einem Brand im Jahre 1498 neu entstanden sind.

Marktplatz in Straelen

Marktplatz, historische Häuser und St. Peter und Paul

Historische Häuser   Kirche St. Peter und Paul

Der Achtzigjährige Krieg zwischen Spanien und den Niederlanden (1568-1648) leitete für den Niederrhein und somit auch für Straelen einen gewaltigen wirtschaftlichen Niedergang ein, von dem man sich erst in späteren Jahrhunderten allmählich erholte. 1591 und 1632 wurde die Stadt während dieses Krieges belagert und erobert. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg wurde Straelen 1713 gemäß den Bestimmungen des Utrechter Friedens den Preußen zugeschlagen, die daraufhin die folgenden beiden Jahrhunderte - mit Ausnahme des französischen Intermezzos von 1798 bis 1814 - die Landesherrschaft ausübten.

Historisches Gebäude     Kirche St. Peter und Paul

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts blieb Straelen ein armes Landstädtchen. Das änderte sich dann aber in der Folgezeit recht schnell: Die Gründung eines ersten Gartenbauvereins im Jahre 1910 und die kurz darauf folgende erste Gemüseversteigerung im Jahre 1914 markieren den Anfang einer heute noch erfolgreichen Gemüse- und Blumenproduktion und deren Vermarktung in Straelen. Außerdem sind heute noch zwei europaweit agierende Großunternehmen - ein Direktvertreiber von Eiscreme und Tiefkühlkost einerseits und ein Produzent von feinwürzigen Lebensmitteln andererseits - in der Kleinstadt am Niederrhein ansässig.

Historische Häuser in der Altstadt von StraelenAltstadtbebauung
historische Häuser in der Altstadt

Straelen am Niederrhein
Historische Gebäude in der Innenstadt
Straelen
Gebäude in Herongen am Niederrhein

Brunnenskulpturen
Brunnenskulpturen

Die beiden Weltkriege hat Straelen unbeschadet überstanden. Daher präsentiert sich das alte Stadtzentrum dem Besucher noch immer mit vielen schönen historischen Häusern aus längst vergangenen Zeiten am und um den Marktplatz. Auf dem weitflächigen Marktplatz stehen übrigens viele Bäume und außerdem ein hübscher Skulpturenbrunnen.

Marktplatz StraelenAmanduskirche HerongenAmanduskapelle HerongenAmandusbrunnen Herongen
Marktplatz Straelen, Amanduskirche, -kapelle und -brunnen in Herongen

Zusammen mit dem Ortsteil Herongen, der 1969 eingemeindet wurde, hat Straelen heute rund 15000 Einwohner. Urkundlich erwähnt wurde das Dorf Herongen bereits im Jahre 899. Seit frühester Zeit wird hier St. Amandus als Ortspatron verehrt. Daher sind ihm in dem Dorf unweit der niederländischen Grenze zwei gegenüber liegende Kirchen und eine kleine Kapelle geweiht. Und damit nicht genug: Auch ein schöner Brunnen, der Amandusbrunnen, ziert sich mit dem Namen des Heiligen. Er befindet sich direkt bei der Kapelle. Wie an vielen anderen Orten des Niederrhein gibt es in Herongen ebenfalls noch zwei sehenswerte Turmwindmühlen, die Tissen- und die Jennenmühle, wobei letztere leider keine Turmhaube mehr hat.

TissenmühleHaus Caen am Niederrhein
Tissenmühle in Herongen (links) und Haus Caen mit Wassermühle (rechts)

Haus Coull in Straelen  Haus Coull

Haus Eyll  Haus Vlaßrath in Straelen am Niederrhein
Haus Eyll und Haus Vlaßrath

Außerhalb der beiden Orte Straelen und Herongen finden sich noch einige alte Herrenhäuser in reizvoller landschaftlicher Umgebung. Dazu zählen Haus Coull, Haus Caen, Haus Eyll und Haus Vlaßrath.
Haus Coull, ein zweiflügeliges, backsteinsichtiges Wasserschloss, dessen Ursprünge bis ins späte Mittelalter reichen, liegt direkt am Straelener Ortsrand an der Rathausstraße.
Haus Caen
ist ein schönes Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert in einem englischen Landschaftspark, zu dessen Wirtschaftsgebäuden auch eine sehenswerte alte Wassermühle gehört. Es wurde einen Kilometer östlich von Straelen an der Niers nahe der heutigen Wachtendonker Straße erbaut.
Haus Eyll und Haus Vlaßrath grenzen auch unmittelbar an die Niers. Sie wurden erstmalig urkundlich im 15. bzw. 14. Jahrhundert erwähnt.

Nützliche Links:

http://www.straelen.de   http://www.kulturring-straelen.de   Haus Vlaßrath  

 

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