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Das auch heute noch
unmittelbar an den Rhein angrenzende und ursprünglich
selbständige Orsoy, das wie Rheinberg im 13. Jahrhundert
zur Stadt erhoben wurde, ist seit 1975 nur noch ein Ortsteil der
Gemeinde Rheinberg. Im Gegensatz zu Rheinberg gehörte Orsoy zum
Herzogtum Kleve und diente ihm als dessen südlichste Enklave auch
als Rheinzollstation. Da der Ort während des 80-Jährigen-Krieges
1586 nahezu vollständig dem Erdboden gleichgemacht wurde, ist nur
wenig aus der Zeit vor dieser Zerstörung übrig geblieben. Von
der klevischen Burg aus dem 15. Jahrhundert stehen nur noch Teile
der Umfassungsmauern. In die Stadtmauer, die heute noch
ungefähr zur Hälfte erhalten ist, wurde 1550 der Mühlenturm bzw.
Pulverturm eingefügt. Der 18 Meter hohe Turm ist im Gegensatz zum
Alten Zollhaus am Deich, das 1978 rekonstruiert wurde, noch
original. Ebenfalls noch aus dem späten Mittelalter stammt die evangelische
Kirche, eine dreischiffige gotische Backsteinhalle. Außerdem
tragen sowohl mehrere sehenswerte Bauwerke aus dem 17. bis 19.
Jahrhundert, darunter Bürgerhäuser, das Rathaus und die
katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, als auch die Rheinpromenade
auf dem Deich dazu bei, dass man Orsoy sicherlich den schönsten Orten am
Niederrhein zurechnen kann.
In den anderen
Ortsteilen von Rheinberg stehen auch sehenswerte Kirchen: Die beiden evangelische Kirchen in Wallach und Budberg sind
kleine bemerkenswerte spätmittelalterliche Backsteingebäude mit
einigen späteren Umbauten und Ergänzungen.
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evangelische Kirchen
in Wallach (oben) und Budberg (unten) |
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Im Dorf Ossenberg mit seinen rund 2000 Einwohnern kann man
ein altes Herrenhaus mit umgebenden Wirtschaftsgebäuden aus dem
frühen 18. Jahrhundert entdecken. Eine Besichtigung von Haus
Ossenberg ist allerdings nicht ohne weiteres möglich, da das alte
Gemäuer sich in Privatbesitz befindet. Eine historische Turmwindmühle
fehlt in dem typischen Dorf am Niederrhein natürlich auch nicht: Sie steht am
Ortsrand und erhielt ihre heutige Gestalt in der Zeit um 1750.
Geradezu winzig wirkt die Mühle im Vergleich zu den unmittelbar
benachbarten großen Solvay-Werken, dem wohl bedeutendsten
Arbeitgeber in Rheinberg. Das mittlerweile auf die Herstellung
mehrerer chemischer Produkte spezialisierte Werk wurde ursprünglich
als ausschließliche Sodafabrik errichtet. Das dazu benötigte Salz wird seit nun fast 100 Jahren aus einem Steinsalzbergwerk in der
Nähe des Ortsteiles Borth bezogen. |

Ossenberger Mühle

Steinsalzbergwerk in Borth |