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  RHEINBERG

EINFÜHRUNG

Rheinberg am Niederrhein

Rheinberg, das mit weiteren Ortsteilen heute über 30000 Einwohner zählt, liegt mittlerweile nicht mehr unmittelbar am Rhein. Dafür zeichnen die Preußen verantwortlich, die die Stadt Anfang des 18. Jahrhunderts besetzten und den an Rheinberg vorbei fließenden Nebenarm des Rheins sperrten und somit kurzerhand trockenlegten.

Rhein-Landschaft
der Rhein nahe Rheinberg

Pfarrkirche St. Peter Rheinberg
Pfarrkirche St. Peter

Mit dieser Information sind wir mitten in der Geschichte des niederrheinischen Ortes angelangt, der erstmalig im 11. Jahrhundert erwähnt wurde und sich im folgenden so günstig entwickelte, dass er 1233 schließlich Stadtrechte erhielt. Rund 30 Jahre früher hatte man sich entschlossen, die Stadtpfarrkirche St. Peter neu zu errichten. Der ursprünglich romanische Bau wurde ab 1392 bis etwa 1500 noch mehrmals im gotischen Stil umgebaut und ergänzt. Außerdem wurde dem romanisch-gotischen Bau noch im 17. Jahrhundert ein Chorumgang zugefügt.

Weitere Bauwerke in Rheinberg stammen ebenfalls noch aus dem Mittelalter: Der Kamperhof in der Kamper Straße wurde um 1235 als Stadtniederlassung des Zisterzienserkloster im nahe gelegenen Kamp errichtet. Um 1450 erbaute man das alte Rathaus, das mit einigen späteren Umbauten heute noch erhalten ist und weiterhin vom mittelalterlichen Wohlstand Rheinbergs kündet. Der ursprünglich direkt am Rhein liegende und in die Stadtmauer integrierte Zollturm, der später auch als Pulverturm genutzt wurde, ist Ende des 13. Jahrhunderts entstanden. Ursprünglich war er 35 Meter hoch, heute als Ruine misst er immer noch 7 Meter Höhe. Im Mittelalter bis in die frühe Neuzeit war die Stadt Rheinberg die nördlichste Enklave des Erzstiftes und Kurfürstentums Köln und diente dem Stift vor allem als Zollstätte am nördlichen Niederrhein.

Zollturm
Zollturm

Kamperhof
Kamperhof und Altes Rathaus
Rathaus Rheinberg

Vom kurfürstlichen Schloss steht heute nur noch die Alte Kellnerei, die 1573 als Getreidelager und Pferdestall erbaut wurde. Weitere historisch bedeutende Bauwerke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert zieren die Stadt am Niederrhein, darunter 

  • das Haus "Im Scheffel" am Holzmarkt, ein backsteinsichtiges Giebelhaus aus dem Jahre 1560, 

  • das 1729 im niederländischen Klassizismus erbaute Pfarrhaus am Kirchplatz,

  • das Haus "Im Weißen Raben", Großer Markt 8, das einzige barocke Gebäude in Rheinberg, und

  • Haus Cassel, ein fünfachsiger klassizistischer Bau aus den Jahren um 1800.

Alte KellnereiPfarrhaus RheinbergHaus "Im Scheffel"
Alte Kellnerei, Pfarrhaus und Haus "Im Scheffel"

Architektonisch nicht zu übersehen sind ebenfalls das Underberghaus und der so genannte Underbergturm, der jeden Besucher der Stadt eindringlich daran erinnert, dass eine international bekannte Spirituosen-, Wein- und Sektfabrik 1846 in Rheinberg gegründet worden ist.

Underberghaus
Underberghaus

Rheinberg am Niederrhein

Fußgängerzone

Rheinberg

Rathaus

Orsoy

Rheinpromenade OrsoyPulverturm OrsoyRathaus in Rheinberg-OrsoyHistorisches Gebäude
Rheinpromenade, Pulverturm, Rathaus und ein weiteres historisches Gebäude in Orsoy

Das auch heute noch unmittelbar an den Rhein angrenzende und ursprünglich selbständige Orsoy, das wie Rheinberg im 13. Jahrhundert zur Stadt erhoben wurde, ist seit 1975 nur noch ein Ortsteil der Gemeinde Rheinberg. Im Gegensatz zu Rheinberg gehörte Orsoy zum Herzogtum Kleve und diente ihm als dessen südlichste Enklave auch als Rheinzollstation. Da der Ort während des 80-Jährigen-Krieges 1586 nahezu vollständig dem Erdboden gleichgemacht wurde, ist nur wenig aus der Zeit vor dieser Zerstörung übrig geblieben. Von der klevischen Burg aus dem 15. Jahrhundert stehen nur noch Teile der Umfassungsmauern. In die Stadtmauer, die heute noch ungefähr zur Hälfte erhalten ist, wurde 1550 der Mühlenturm bzw. Pulverturm eingefügt. Der 18 Meter hohe Turm ist im Gegensatz zum Alten Zollhaus am Deich, das 1978 rekonstruiert wurde, noch original. Ebenfalls noch aus dem späten Mittelalter stammt die evangelische Kirche, eine dreischiffige gotische Backsteinhalle. Außerdem tragen sowohl mehrere sehenswerte Bauwerke aus dem 17. bis 19. Jahrhundert, darunter Bürgerhäuser, das Rathaus und die katholische Pfarrkirche St. Nikolaus, als auch die Rheinpromenade auf dem Deich dazu bei, dass man Orsoy sicherlich den schönsten Orten am Niederrhein zurechnen kann.

In den anderen Ortsteilen von Rheinberg stehen auch sehenswerte Kirchen: Die beiden evangelische Kirchen in Wallach und Budberg sind kleine bemerkenswerte spätmittelalterliche Backsteingebäude mit einigen späteren Umbauten und Ergänzungen.

Kirche in Wallach am Niederrhein
Kirche in Budberg
evangelische Kirchen
in Wallach (oben) und Budberg (unten)

Haus Ossenberg in Rheinberg
Außenansicht des Haus Ossenberg entlang der Schlossstraße

Im Stadtteil Ossenberg mit seinen rund 2000 Einwohnern kann man ein altes Herrenhaus mit umgebenden Wirtschaftsgebäuden aus dem frühen 18. Jahrhundert sehen, das den Namen Haus Ossenberg trägt und sich in Privatbesitz befindet. Eine alte Turmwindmühle fehlt in dem typischen Dorf am Niederrhein natürlich auch nicht: Sie steht am Ortsrand und erhielt ihre heutige Gestalt in der Zeit um 1750.

Mühle in Ossenberg bei Rheinberg am Niederrhein
Ossenberger Mühle

Rheinufer bei Ossenberg
Rheinufer bei Ossenberg

Nützliche Links:

http://www.rheinberg.de   http://www.historisches-orsoy.de   http://www.underberg.de  

 

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