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  KLEVE

EINFÜHRUNG

Kleve am Niederrhein

Architektonisches Wahrzeichen von Kleve ist die imposante Schwanenburg, deren Ursprünge bis in das 11. Jahrhundert zurückreichen. Ihre beiden auffälligsten Bauglieder, der Spiegelturm und der Schwanenturm, prägen früher wie heute das Stadtbild nicht unerheblich und sind weit über die Ebene des Niederrhein hin sichtbar. Neben der Burg entstand zeitgleich im Mittelalter eine Siedlung, die 1242 schließlich Stadtrechte erhielt. Stadt und Burg liegen auf einer hügeligen Anhöhe. Von diesen geographischen Bedingungen her rührt auch der Ortsname Kleve, der sich von Kliff ("Steilhang") ableitet.

Schwanenburg
Schwanenburg und
ein Schwan als Sitzbank in der Innenstadt

Sitzbankschwan in der Innenstadt

St. Mariä Himmelfahrt Kleve
St. Mariä Himmelfahrt

Die doppeltürmige Propsteikirche St. Mariä Himmelfahrt wurde ebenfalls im Mittelalter errichtet. Die schöne gotische Kirche diente als auch als Grablege der klevischen Herzöge. Zwischen Propsteikirche und der Burg befindet sich der alte Marstall aus dem 15. Jahrhundert und ein Reiterdenkmal zu Ehren des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg. Ab 1609 war Kleve nicht mehr ein selbständiges Herzogtum, sondern gehörte seitdem wie viele andere Orte am Niederrhein zu Brandenburg bzw. Preußen. 

St. Maria Empfängnis Kleve
St. Maria Empfängnis

Reiterdenkmal für den Kurfürsten
Reiterdenkmal für den Kurfürsten

"Toter Krieger" von Ewald Mataré in Kleve
"Toter Krieger" von Ewald Mataré vor der Kirche St. Mariä Himmelfahrt

Das historische Stadtbild Kleves ist im Zweiten Weltkrieg und den darauf folgenden Wiederaufbaujahren leider größerenteils untergegangen. Die wenigen erhaltenen alten Gemäuer stechen daher umso deutlicher unter den vielen modernen Gebäude ins Auge. Dazu zählen in der Innenstadt unter anderem die ehemalige Minoritenkirche St. Maria Empfängnis in der Kavarinerstraße und das ehemalige Wohnhaus des Malers Barend Cornelis Koekkoek, ein klassizistisches Haus aus den 1847/48, das heute das Städtische Museum beherbergt. Es zeigt Ausstellungen unter anderem mit Gemälden von Koekkoek und seinen Schülern. 

Städtische Museum Kleve am Niederrhein
Städtische Museum

Landschaft zwischen Keeken und Schenkenschanz
     Landschaft bei Kleve
 
Evangelische Kirche in Keeken am Niederrhein
Griethausen
Altrheinarm Kermisdahl in Kleve unterhalb der Schwanenburg
Schenkenschanz am Niederrhein

Kleves Zeit als Kurort vom 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts verdanken wir ein weiteres klassizistisches Gebäude: Das ehemalige Friedrich-Wilhelm-Bad dient heute als Museum Kurhaus Kleve, in dem eine große Sammlung von Werken Ewald Matarés und außerdem weitere Ausstellungen zur zeitgenössischen Kunst untergebracht sind. Das Kurwesen wurde auch durch die großartigen Garten- und Parkanlagen gefördert, die um 1650 auf Weisung des damaligen brandenburgischen Statthalters Johann Moritz von Nassau Siegen angelegt wurden. Beeindruckende Reste dieser einst riesigen Gartenanlagen finden in der Nähe des Museum Kurhauses.

Museum Kurhaus KleveParkanlagen
Museum Kurhaus und angrenzende Parkanlagen    

Museum Forum Arenacum in Kleve-Rindern
Museum Forum Arenacum

Fast 50000 Einwohner zählt die Kreisstadt Kleve mit ihren eingemeindeten Dörfern in der Umgebung, die neben der reizvollen niederrheinischen Landschaft auch mehrere andere Sehenswürdigkeiten und außerdem ein interessantes Museum zu bieten haben: Das Museum Forum Arenacum im Ortsteil Rindern stellt auf über 100 m2 Fläche keltische, römische und fränkische Funde aus dem Dorf und seiner Umgebung aus. 

Haus Keeken
Haus Keeken  

Doch nun kurz und bündig
zu den architektonischen Highlights:

Schöne Herrenhäuser in Kleves Umgebung stehen z. B. in 

  • Donsbrüggen (Schloss Gnadenthal aus dem Jahre 1704)

  • Keeken (Haus Keeken aus dem 17. Jahrhundert) und

  •  Kellen (Haus Schmithausen aus dem 18.Jahrhundert). 

  

Bemerkenswerte Sakralbauten finden sich u. a. auch in 

  • Griethausen (St. Martin aus dem späten Mittelalter)

  • Materborn (St.-Anna-Kapelle, um 1450) und 

  • Kellen (St. Willibrord, älteste Bauteile aus dem 12. Jahrhundert). 

Schloss Gnadenthal in Donsbrüggen
Schloss Gnadenthal und Haus Schmithausen
Haus Schmithausen in Kleve-Kellen
St. Martin in GriethausenSt. Willibrord in Kleve-Kellen

St. Martin in Griethausen und St. Willibrord in Kellen

Natürlich fehlen auch nicht die für den Niederrhein typischen und fast unvermeidlichen Windmühlen. Zwei schöne Exemplare davon kann man auf Klever Gebiet in Donsbrüggen und Keeken entdecken. Beide stammen aus dem frühen 19. Jahrhundert. Die Mühle in Donsbrüggen trägt übrigens folgende Aufschrift: "In Sturm und Wetter / ist Gott mein Retter / 1824".

Mühle in DonsbrüggenMühle in Kleve-Keeken
Mühlen in Donsbrüggen und Keeken

Kleinster Ortsteil von Kleve ist Schenkenschanz mit seinen rund 130 Einwohnern. Das Dörfchen, das zwischen dem Rhein und einem Altrheinarm liegt und von allen Seiten durch Hochwasserschutzmauern und Deiche geschützt wird, verwandelt sich bei Hochwasser zu einer Insel. Wie der Name es schon andeutet, war Schenkenschanz früher eine umkämpfte Festung, die allerdings schon zu frühen brandenburgischen Zeiten geschliffen wurde. Ganz in der Nähe von Schenkenschanz, und zwar in Griethausen, führt eine Kastengitterbrücke aus den 1860er Jahren über den Altrhein. Das technische Denkmal ist eine der ältesten erhaltenen Stahlbrücken Deutschlands.

Schenkenschanz am Niederrhein   Kastengitterbrücke in Kleve-Griethausen
Schenkenschanz und historische Kastengitterbrücke

Man braucht wohl kaum zu erwähnen, dass das Überflutungsgebiet zwischen Rhein und Altrhein als ein bemerkenswertes Naturschutzgebiet schöne landschaftliche Eindrücke und Reize bietet. Das gleiche gilt für den 5000 ha großen Reichswald zwischen Kleve und Kranenburg. Kurz gesagt: In der Region um die Stadt Kleve findet sich viel vom ländlichen und ursprünglichen Niederrhein.

Im Reichswald nahe dem Dorf Reichswalde liegt auch ein großer britischer Ehrenfriedhof (Reichswald Forest War Cemetery) mit über 7500 Gräbern. Auf dem weitflächigen Areal am Rande des Gemeindegebiets von Kleve sind diejenigen Soldaten der Royal Army und Royal Air Force bestattet, die im Luftkampf zwischen 1940 und 1944, in der Schlacht im Reichswald und bei der Rheinüberquerung 1945 gefallen sind. Ein trauriger Ort! Aber zugleich erhaben und würdig in seiner Anlage!

Britischer Ehrenfriedhof - Reichswald Forest War Cemetery
Britischer Ehrenfriedhof - Reichswald Forest War Cemetery

Nützliche Links:

http://www.kleve.de   http://www.forum-arenacum.de   http://www.museumkurhaus.de   http://www.muehle-donsbrueggen.de   http://www.schenkenschanz.de  

http://www.gnadenthal.de  

 

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