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Die Geschichte von Ruhrort setzt aber nicht erst mit dem Industriezeitalter ein, sondern reicht bis ins Mittelalter zurück. 1379 wird der Ortsname im Zusammenhang mit einem Schloss bzw. Kastell erstmalig urkundlich erwähnt. Dieses Schloss diente zur Sicherung einer kurz zuvor an der Ruhrmündung in den Rhein eingerichteten Zollstätte. Zur gleichen Zeit muss auch eine schon etwas größere Siedlung entstanden sein, die allerdings erst seit 1551 als Stadt bezeichnet wurde. Rund 500 Einwohner zählte man damals. Heute sind es 5000. Schon seit dem Mittelalter war Ruhrort ein Schifffahrtsplatz. Ab dem 18. Jahrhundert begann man allmählich mit der Anlage und dem Ausbau eines größeren Hafens. Er entwickelte sich zu einem wichtigen Umschlagsplatz von Kohle, Metallwaren, Holz und anderen Waren. Zeitgleich entstanden Fabriken, Handelshäuser und Speditionen. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts trugen Hütten- und Stahlwerke sowie der Kohlebergbau in der unmittelbaren Umgebung dazu bei, dass der Umschlagsplatz Ruhrort weiter an Bedeutung gewann. 1905 endete mit der Eingemeindung nach Duisburg die Selbständigkeit der Hafenstadt. Obgleich die Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs und der Abrisswahn in den 60iger Jahren recht große Wunden in das historische Ortsbild von Ruhrort geschlagen haben, hat sich trotzdem noch recht viel sehenswerte Bausubstanz aus alten Zeiten erhalten.
Zu den prächtigen öffentlichen Bauwerken zählen neben dem oben schon erwähnten alten Rathaus auch das Amtsgericht und zwei Schulgebäude in der Carp- und Karlstraße. Alle genannten Gebäude wurde im Stile eines monumentalen Historismus Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut und veranschaulichen immer noch den Stolz der damals eigenständigen Stadt Ruhrort. Zwei expressionistische Backsteinbauwerke aus den 1920iger Jahre sind ebenfalls ortsbildprägend: das so genannte Tausendfensterhaus und das ehemalige Schifferkinderheim, das früher ein von der katholischen Kirche betreutes Internat für schulpflichtige Binnenschifferkinder war.
Einen schönen Blick auf den Turm der katholischen Kirche bietet die Fabrikstraße mit ihrer lückenlosen Reihe zweigeschossiger Häuser vom Anfang des 19. Jahrhunderts. Die Kirche, die dem Heiligen Maximilian geweiht ist, wurde zwischen 1845 und 1847 erbaut und 20 Jahre später umfangreich erweitert. Von der evangelischen Jakobuskirche, die ungefähr zur gleichen Zeit ebenfalls an der Fabrikstraße errichtet wurde, steht heute nur noch der Turm. Nur ein paar Schritte entfernt hat sich das ehemalige Evangelische Gemeindehaus erhalten. Der neoromanische Prachtbau des frühen 20. Jahrhunderts ist mit einer reich dekorierten und aufwändig gegliederten Fassade geschmückt. Über der Freitreppe zum Haupteingang erhebt sich breiter, mit einem Runderker verzierter Turm.
Ein turmartiges Aussehen weist auch der Hochbunker aus dem Jahre 1942 auf dem Neumarkt auf. Die vielen Fenster sind allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg eingefügt worden. Die beiden hohen Rheinbrückentürme, die wie ein erhabener repräsentativer Stadteingang wirken, sind Überreste der 1907 fertig gestellten Straßenbrücke zwischen Ruhrort und Homberg. Die heutige Hängebrücke über den Rhein ist jedoch ein Neubau vom Anfang der 50iger Jahre. Als ein Original aus dem Jahre 1907 hat sich dagegen eine nahe liegende Anschlussbrücke erhalten. Sie überspannt mit einem ästhetisch gelungenen Bogentragwerk den Eisenbahnhafen. Ebenfalls historisch, aber ein Recyclingprodukt ist die Karl-Lehr-Brücke über die Ruhr zum Ortsteil Kasslerfeld. Sie wurde 1949 aus Teilstücken der kriegszerstörten Kölner Hohenzollernbrücke errichtet.
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