Orte am unteren Niederrhein:
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BEDBURG-HAU |
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EINFÜHRUNG |
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Obwohl die heute rund
13000 Einwohner zählende Gemeinde Bedburg-Hau mit ihren Ortsteilen
Hau, Huisberden, Louisendorf, Qualburg, Schneppenbaum und
Till-Moyland erst seit 1969 besteht, reicht die Geschichte der
einzelnen Orte natürlich viel weiter zurück. Auch hier gilt, was
für den Niederrhein im allgemeinen zutrifft: Greift man zum Spaten
und gräbt, trifft man erst auf
Regenwürmer und dann nicht selten auf die Überreste der alten
Römer. So fand man dementsprechend auf dem Gelände der ehemaligen Klosterkirche
St. Markus in Schneppenbaum bei Ausgrabungen in den
Jahren 1825 und 1972 sehr alte Gräber, die auf einen antiken
römischen Friedhof aus dem 2. und 3. Jahrhundert hindeuten.

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Die einstige
Prämonstratenser-Klosterkirche in Schneppenbaum zählt
sicherlich zu den schönsten sakralen Bauwerken am nördlichen
Niederrhein. Es handelt sich hierbei um einen romanischen
Zentralbau in Kreuzform mit mächtigen Vierungsturm, der von
vier, jeweils zwei Joche langen Schiffe umgeben wird. An
das östliche Schiff wurde im späten Mittelalter noch ein gotischer
Chor angefügt. |

St. Markus in Schneppenbaum |
Original antike römische Fundstücke vom
Niederrhein zierten einst die aufwändige Grabanlage des
Prinz Johann Moritz von Nassau-Siegen, die wie die ehemalige
Klosterkirche an der Uedemer Straße liegt. Obwohl die bedeutenden
archäologischen Zeugnisse heute durch Kopien ersetzt sind, ist vom
besonderen Reiz der großen Grabanlage nichts abhanden gekommen.
Das freistehende, gusseiserne Grabmal in Form eines Sarkophags wird
von zwei Kanonenrohren und zwei viertelrunden Mauern flankiert, in
die antike Vasen, Grabsteine und andere römische Bodenfunde eingefügt sind.

Grabmal des Prinzen Johann Moritz von
Nassau-Siegen |
Ungefähr einen Kilometer südlich vom Grabmal
trifft man im Ortsteil Hau zwischen der Antoniusstraße und der
Straße An der Kirche auf die alte St.-Antonius-Kirche, die
1378 geweiht wurde. Die Seitenschiffe des kleinen schönen
Backsteinbaus wurden aber erst Ende des 19. Jahrhunderts angefügt.
Aus dieser Zeit stammt im wesentlichen auch die Innenausstattung.
Neben St. Antonius steht übrigens auch noch eine alte
Gerichtslinde.
Eine weitere gefällige alte Kirche ist St. Vincentius aus
dem 15. Jahrhundert im
Ortsteil Till-Moyland. Sie weist in ihrem Inneren eine
bemerkenswerte neugotische Ausgestaltung auf, die sie im
Zusammenhang mit einer weitgehenden Restaurierung im Jahre 1850
erhielt.
Schlosskapelle Moyland
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St.Antonius in Hau

St. Vincentius in Till-Moyland |
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Schloss Moyland |
Die bedeutendste
Sehenswürdigkeit nicht nur im Ortsteil Till-Moyland, sondern in
ganz Bedburg-Hau ist zweifelsohne Schloss Moyland. Eine
gewisse welthistorische Berühmtheit erlangte das alte Gemäuer als Platz eines
Zusammentreffens zwischen dem Preußenkönig Friedrich II und dem
Philosophen Voltaire im Jahre 1740. Das aus dem Mittelalter
stammende imposante Herrenhaus erhielt im 19. Jahrhundert durch
Umbauten sein jetziges neugotisches Aussehen. Heute beherbergt
Schloss Moyland ein bedeutendes Museum für moderne Kunst. Eine
genaue und schöne Beschreibung des Museums findet sich auf der
Homepage des Museumbetreibers: "In einzigartiger Weise verbindet das
historische Schlossensemble mit seiner weitläufigen Gartenanlage
Architektur und Gartenkunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit
modernen und zeitgenössischen künstlerischen Positionen." Zum
Schloss gehört noch eine alte Kirche aus dem 17. Jahrhundert. Der
hohe, verputzte Backsteinbau mit Glockendachreiter, die so
genannte Schlosskapelle Moyland, wird heute als Evangelische
Gemeindekirche genutzt. |
Haus Rosendal |
Ein weiteres
imposantes
historisches Herrenhaus ist Haus Rosendal nahe der B 57
im Ortsteil Hasselt, das sich im Gegensatz zu Schloss Moyland
noch in Privatbesitz befindet und somit in der Regel nur von
außen besichtigt werden kann. Die Ursprünge dieses
mehrflügeligen, mit einem Turm ausgestattetem
Herrenhaus reichen bis in das späte Mittelalter zurück. Sein
heutiges architektonisches Erscheinungsbild verdankt es jedoch
einem grundlegenden Umbau aus dem Jahre 1797. |
23 Jahre später entstand ab 1820 der
Ortsteil Louisendorf als Zweigsiedlung kurpfälzischer Emigranten,
die sich schon viele Jahrzehnte früher am Niederrhein, und zwar im nahen Pfalzdorf in der
heutigen Gemeinde Goch niedergelassen hatten. Louisendorf ist
ungewöhnlich beachtenswert, da sich die ursprüngliche systematische
Dorfstruktur noch nahezu vollständig erhalten hat: Wenige Häuser -
häufig Bauernhöfe - umgeben einen weitläufigen, rautenförmigen
Dorfplatz, an dessen vier Ecken jeweils eine Ausfahrtsstraße im
135-Grad-Winkel vom Platz wegführt (siehe folgende Skizze). Im
Zentrum dieses riesigen, heute als Viehweide genutzten Platzes baute man
1860 eine große Kirche, die mittlerweile von hohen Bäumen nahezu
vollständig
eingeschlossen
wird.
  
Bedburg-Hau am Niederrhein: Ortsteil Louisendorf mit Häusern,
Luftbildskizze und Dorfkirche
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Huisberden |
Ein weiteres, ebenfalls unbedingt
erwähnenswertes Plätzchen auf dem Gemeindegebiet von Bedburg-Hau ist das
250-Einwohner-Dorf Huisberden. Hier zeigt sich der ländliche
Niederrhein von seiner schönsten Seite. Ein altes Dorf mit
weitgehend erhaltenen historischen Strukturen, darunter die
Pfarrkirche St. Peter aus dem 14. und 15. Jahrhundert und eine
Holländermühle aus dem Jahre 1827, wird von einer schönen
Landschaft mit Feldern, großen Bäumen und alten Rheinarmen umgeben.
Westlich von Huisberden liegen noch Haus Eyll, eine ehemalige
Wasserburg, von der nur noch das Grabensystem und Teile der
Vorburg erhalten sind, und Haus Gensward mit einem Wohnturm, der
angeblich noch mittelalterliches Mauerwerk aufweisen soll. |
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Holländermühle, die Kaflack, ein alter
Rheinarm und Gut Gensward |
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